FAQs

Zahnprophylaxe Vorarlberg FAQs:

Dentomobil

Warum gibt es das Dentomobil?

Die kostenlosen Untersuchungen im Dentomobil und bei den Patenzahnärzten dienen einer möglichst lückenlosen Bestandsaufnahme der Zahngesundheit der Vorarlberger Kinder. Die Eltern erhalten einen Befund über diese Untersuchung und können gegebenenfalls mit dem Kind einen behandelnden Zahnarzt ihres Vertrauens aufsuchen.

 Wer untersucht die Kinder im Dentomobil?

Die Untersuchung erfolgt stets durch ein Zwei-Personen-Team, bestehend aus einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt und einer Zahnprophylaxemitarbeiterin.
 

Was wird im Dentomobil gemacht?

Im Dentomobil untersucht die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Zähne der Kinder auf Karies und Zahnfehlstellungen. Der Untersuchungsbefund wird dokumentiert. Jedes untersuchte Kind bekommt diesen Befund mit nach Hause.  

 Wird im Dentomobil behandelt?

Nein. Im Dentomobil wird nur untersucht. Es erfolgt keine zahnmedizinische Behandlung, also kein Bohren, keine Belagsentfernung, kein Betäuben, kein Ziehen, etc..

Ersetzt das Dentomobil den Hauszahnarzt?

Nein. Das Dentomobil hat die Aufgabe, die Kinder frühzeitig auf Karies zu untersuchen und sie sanft an die Themen „Zahnarzt“ und „Zahngesundheit“ heranzuführen. Dadurch soll ein positives Bewusstsein für die Zähne und deren Pflege geschaffen werden. Die regelmäßige Betreuung und Behandlung durch den Hauszahnarzt kann und soll das Dentomobil nicht ersetzen.

Wie geht man im Dentomobil mit ängstlichen Kindern um?

Die Untersuchungsteams haben große Erfahrung mit der Untersuchung von Kindern. Mit viel Einfühlungsvermögen und Erklärungen wird versucht, dem Kind die Angst zu nehmen. Grundsätzlich wird darauf geachtet, die Untersuchung für die Kinder so angenehm als möglich zu gestalten. Wir freuen uns über jedes untersuchte Kind, aber zur Untersuchung gezwungen wird keines.  

Wird im Dentomobil hygienisch sauber gearbeitet?

Das Dentomobil als fahrendes Zahnambulatorium unterliegt den gleichen Hygienevorschriften wie alle anderen Krankenhäuser in Vorarlberg und den diesbezüglichen Kontrollen. Es wird genauestens auf alle Hygienemaßnahmen geachtet, da sich alle Mitarbeiter ihrer Verantwortung gegenüber den Ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen bewusst sind.

Wird das Fahrzeug regelmäßig gesäubert?

Ja. Die gesamte Inneneinrichtung des  Dentomobils wird nach jedem Untersuchungstag mit speziellen Wischdesinfektionslösungen für Flächen und Geräte gereinigt.

Hat jedes Kind seinen eigenen Mundspiegel?

Ja. Jedes Kind wird mit einem eigenen Mundspiegel untersucht. Nach der Untersuchung wird jeder Spiegel in eine Desinfektionslösung gelegt, wo er mindestens 2 Stunden verbleibt, um eine optimale Keimbeseitigung zu gewährleisten.

Sind die Handschuhe desinfiziert?

Ja. Die Handschuhe werden nach jedem Kind mit einer speziellen Desinfektionslösung gereinigt.

Wird der Luftbläser nach jedem Kind gereinigt?

Ja. Der Luftbläser wird nach jedem Kind sorgfältig mit einer dafür vorgesehenen Flächendesinfektion gereinigt.

Ist ein Zwei-Jahres-Rhythmus bei Dentomobiluntersuchungen ausreichend?

Nein. Gerade im Kindergarten und in der Volksschule ist eine engmaschige (jährliche) Kontrolle notwendig, da Milchzahnkaries oft sehr rasch fortschreitet. Auch in der Mittelschule sollten die bleibenden Zähne sorgfältig beobachtet werden, da sie für die Entwicklung des Kiefers eine wichtige Rolle spielen und Frühschäden durch Karies dringend zu vermeiden sind! Auch hier wären jährliche Untersuchungen von großem Vorteil.

 

KARIES:

Was ist Karies und wie entsteht sie?

In der Mundhöhle befinden sich Millionen Bakterien, die wir bei unserer Nahrungsaufnahme "mitfüttern". Das ist an sich kein Problem, so lange wir nicht zu oft kohlenhydratreiche (z.B. zuckerhaltige) Nahrungsmittel zu uns nehmen.  Diese werden nämlich von bestimmten Bakterien zu Säuren umgewandelt, die dann den Zahnschmelz angreifen. Der Zahnschmelz wird von den Säuren "angeäzt". Unser Körper hat sich darauf eingestellt und mit der passenden Zusammensetzung unseres Speichels dafür gesorgt, dass beginnende Zahnschäden sofort wieder repariert werden. Der Zahnarzt nennt dies Remineralisation. Wenn wir aber zu oft oder gar ständig Süßigkeiten naschen, werden laufend große Mengen an Säure produziert und die Abwehrmaßnahmen des Körpers reichen nicht mehr aus. Die Schäden an der Zahnsubstanz werden größer, es entsteht ein Loch. Die so entstandenen Zahnschäden nennt man Karies.

Warum wurde bei meinem Kind Karies diagnostiziert, obwohl es regelmäßig putzt?

 Leider kann es auch trotz regelmäßiger Zahnpflege zu kariösen Veränderungen kommen. Dies betrifft vor allem schwer zugängliche Bereiche in den Zahnzwischenräumen und  im hinteren Backenzahnbereich.

Warum wurde bei meinem Kind Karies diagnostiziert, obwohl es keine Schmerzen hat?

Schmerz ist ein unzureichendes Anzeichen für Karies. Die Karies kann entweder noch nicht weit genug fortgeschritten sein um den Nerv zu reizen oder sie hat den Nerv bereits zerstört und der Zahn ist somit ohne Empfindung. Im letzten Fall besteht aber akute Entzündungsgefahr für das umliegende Gewebe.  Wenn Schmerzen auftreten, ist es oft schon zu spät, den Zahn mit einer kleinen Füllung zu retten!

Warum wurde bei meinem Kind Karies diagnostiziert, obwohl es gerade erst beim Zahnarzt war?

Das kommt ganz selten vor. Aufgabe der Behandlungsteams im Dentomobil istes, nach bestem Wissen und Gewissen einen momentanen Befund der Zahngesundheit ihres Kindes zu erstellen, auf eventuelle Karies oder Zahnfehlstellungen aufmerksam zu machen.
Dabei kann es in Einzelfällen dazu kommen, dass die Bewertung und die laufende Behandlung durch den Hauszahnarzt vom Befund des Dentomobil-Zahnarztes abweichen und/oder Maßnahmen schon geplant sind.
Jedenfalls steht das Wohl des Kindes im Mittelpunkt.

Für berechtigte, konstruktive Kritik sind wir dankbar und offen. Jeden auch seltenen Fehler möchten wir zu unserer Verbesserung nützen. Deshalb bitten wir Sie bei Unsicherheiten oder Unstimmigkeiten unsere Mitarbeiterinnen via Mail zu kontaktieren. Sie melden sich verlässlich bei Ihnen. Kontaktdaten sind unten angeführt.

Ist Karies bei Milchzähnen harmlos?

Viele glauben, dass man sich um kariöse Milchzähne nicht kümmern muss, weil sie ja eh bald ausfallen. Wir von der Zahnprophylaxe Vorarlberg können dieser Ansicht aus folgenden Gründen nicht zustimmen:

  1. Gesunde Milchzähne sind wichtig für die Sprachentwicklung, für die Vermeidung von Zahnfehlstellungen und  für die allgemeine Gesundheit. Die Verdauung beginnt nicht erst im Magen oder im Darm, sondern bereits im Mund.
  2. Kranke Milchzähne sind genauso schmerzhaft, wie bleibende Zähne. Die Beschwerden, die durch entzündete und vereiterte Milchzähne verursacht werden, sind genauso unangenehm, wie bei bleibenden Zähnen. Wir als Erwachsene sollten alles dafür tun, unseren Kindern solche Erfahrungen zu ersparen.
  3. Die Löcher in den kaputten Milchzähnen enthalten besonders viele Kariesbakterien. Das liegt auch daran, dass wir sie von dort im Gegensatz zu einer gesunden Zahnoberfläche nicht "wegputzen" können. Bricht in der Nähe der kariösen Zähne ein bleibender Zahn durch, ist er durch die große Menge an Kariesbakterien besonders gefährdet auch an Karies zu erkranken.
  4. Geht ein Milchzahn durch Karies frühzeitig verloren, dann können sich die Nachbarzähne in diese Lücke hineinbewegen und damit den Platz für den nachfolgenden bleibenden Zahn verschließen. Teure und aufwendige Zahnspangen sind die Folge.
  5. Daher sind wir der Meinung, dass es wichtig ist, alles dafür zu tun, dass Milchzähne gesund bleiben. Kommt es trotz aller Mühe zu einem "Löchlein", so sollte der kranke Milchzahn umgehend behandelt werden.

 

ZAHNFEHLSTELLUNGEN/ZAHNSPANGEN

Bei meinem Kind wurde (wiederholt) eine Fehlstellung der Zähne/des Kiefers festgestellt. Was tun?

Das Team im Dentomobil kann nur die momentane Zahnstellung beurteilen. Es gibt verschiedenste Zahnfehlstellungen, welche wiederum einen unterschiedlichen Zeitpunkt für den Beginn einer Behandlung erfordern. So kann es vorkommen, dass Ihr Kind seit mehreren Jahren dieselbe kieferorthopädische Diagnose von uns erhält, es für eine Behandlung bisher aber noch zu früh war. Im jeweiligen Untersuchungsbefund, den die Eltern erhalten, wird darauf hingewiesen, ob die Fehlstellung nur vermerkt wurde oder weitere Maßnahmen, wie Behandlungsbeginn oder der Besuch eines Kieferorthopäden, angeraten werden.

Die verschiedenen Fehlstellungen sind:

  • Rückbiss: die Zähne des Unterkiefers sind im Vergleich zu denen des Oberkiefers zu weit hinten
  • Vorbiss: die Zähne des Unterkiefers sind im Vergleich zu denen des Oberkiefers zu weit vorne
  • Kreuzbiss: die Zähne des Unterkiefers beißen zu weit außen in die des Oberkiefers
  • Tiefbiss: die Zähne des Oberkiefers verdecken beim Lächeln die Zähne des Unterkiefers
  • Engstand: die Zähne haben zu wenig Platz im Kiefer und stehen deshalb verschachtelt
  • Mittellinienverschiebung: die Schneidezähne stehen nicht mitten unter der Nase, sondern sind nach einer Seite verschoben

Darf man mit einer festen Zahnspange Kaugummi kauen?

Eine feste Zahnspange erschwert die tägliche Zahnpflege für Kinder und Jugendliche enorm. Sie müssen in die Zahnreinigung besonders viel Zeit investieren und das meistens in einer sehr schwierigen Entwicklungsphase. Das Kauen von zuckerfreien Kaugummis führt zu einer verstärkten Speichelbildung und unterstützt damit die Reinigung der Zahnoberflächen. Daher halten wir das Kauen von zuckerfreien Kaugummis  zur Unterstützung der häuslichen Zahnpflege während einer kieferorthopädischen Behandlung für sinnvoll und unumgänglich.

 

PLATZHALTER:

Was ist ein Platzhalter und warum wurde er empfohlen?

 Ein Platzhalter ist eine kleine abnehmbare Zahnspange, die in eine Zahnlücke im (wachsenden) Gebiss eingesetzt wird. Dieser ist notwendig, wenn ein oder mehrere Milchzähne vorzeitig gezogen wurden. Er verhindert, dass die Lücke, deren Platz für den sich noch im Kiefer entwickelnden bleibenden Zahn benötigt wird, von den hinteren Zähnen geschlossen wird und hilft so, spätere kieferorthopädische Maßnahmen zu vermeiden.

 

VERSIEGELUNG:

Was ist eine Versiegelung und warum wird diese empfohlen?

Eine Versiegelung der Backenzähne hat zum Ziel, die Grübchen auf den Oberflächen so fest zu verschließen, dass keine Karies darin entstehen kann. Eine vorsorgliche Versiegelung wird daher bei kariesfreien Zähnen mit gefährdeten Grübchen durchgeführt. Dabei bringt man auf den Kauflächen oder auf seitlichen Grübchen einen dünnflüssigen Kunststoff auf, der einen dichten Verschluss gewährleistet. Der Vorgang ist in wenigen Minuten abgeschlossen und völlig schmerzfrei.

 

MUNDHYGIENE:

Es wurde eine professionelle Zahnreinigung empfohlen, was bedeutet das?

Die Empfehlung erfolgt dann, wenn der Pflegezustand der Zähne problematisch ist oder - was wesentlich häufiger vorkommt - die Zähne Beläge aufweisen, die durch normales Putzen nicht zu beseitigen sind ( z.B. Tee-Beläge).

 

FLUORIDE:

Was sind Fluoride?

Fluoride sind Salze, die Fluor in gebundener Form enthalten. Sie kommen überall in der Natur vor und werden von uns Menschen mit der Nahrung aufgenommen. Der menschliche Organismus benötigt diese Mineralien zum Aufbau der Knochen und Zähne.

Sind Fluoride giftig?

 Fluoride sind, in der Dosierung die zur Kariesprophylaxe verwendet wird, nicht giftig. Es ist wie immer eine Frage der Menge, die bestimmt, ob Fluoride Schäden verursachen können oder nicht. Bei einer Dosierung im Bereich des achtfachen des normalen kann es zu Flecken auf den Zähnen, der sogenannten Fluorose, kommen. Diese Flecken sehen nicht schön aus, sind aber nicht gesundheitsbedrohlich.
Fluorose kennt man vor allem aus Gegenden, in denen der Boden und das Trinkwasser von Natur aus besonders viele Fluoridverbindungen enthalten. Im Regelfall leiden wir eher unter Fluoridmangel. Die in Zahnpasten, Zahnlacken und Fluoridtabletten enthaltenen Fluoridmengen sind von den kritischen Konzentrationen so weit entfernt, dass man unbesorgt die positiven Eigenschaften der Fluoride nutzen kann.

Wie wirken Fluoride auf unsere Zähne?

Fluoride machen unsere Zähne widerstandsfähiger gegen Karies. Bei der Einnahme von Fluoriden mit der Nahrung oder aus Zahnpasta, Zahngel, Zahnlack, Mundspüllösungen oder Kochsalz werden Fluoride in die Zähne eingebaut.
Bei der Anwendung von Zahnpasta, Zahngel, Zahnlack oder Mundspüllösungen wird nur der äußere Schmelz gehärtet. Das ist besonders während des Zahnwechsels wichtig, da der Zahnschmelz der neuen Zähne nach ihrem Durchbruch in der Mundhöhle noch sehr anfällig ist und einen Reifungsprozess durchlaufen muss. Da bei der äußerlichen Anwendung der Fluoride keine nennenswerten Konzentrationen innerlich aufgenommen werden, kommt eine Überdosierung nie vor.

Welche Fluoridierungsmaßnahmen sind für mich sinnvoll?

Diese Frage lässt sich nur in einem persönlichen Beratungsgespräch mit ihrem Hauszahnarzt genau beantworten. Die Wahl der geeigneten Mittel ist stark abhängig vom Kariesrisiko, Ihrem Alter und von Ihren Lebensumständen. Patienten mit "schlechten Zähnen" brauchen intensivere Betreuung als Patienten, die kariesfrei sind. Als Grundlage kann aber jeder Mensch unabhängig seiner individuellen Voraussetzungen die Zähne täglich mit fluoridierter Zahnpasta reinigen und mit fluoridiertem Kochsalz kochen. Einmal pro Woche verhilft das fluoridierte Gel zusätzlich zu einem Kariesschutz.

 

Schicken Sie uns Ihre Fragen. Wir beantworten sie gerne.

Kontakt:
zpv@zpv.or.at